Der Förderkompass ist ein strukturiertes Entscheidungsmodell zur Einordnung von Projekten im Fördersystem. Er hilft Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups dabei, anhand von technischem Risiko, Marktimpact und Reifegrad (TRL) den passenden Förderpfad und geeignete Programme zu bestimmen.
Die zentrale Herausforderung: Nicht das Finden von Informationen, sondern ihre Einordnung.
Deutschland und die EU bieten über 2.000 Förderprogramme. Entscheider stehen daher vor den Fragen:
Der Förderkompass reduziert diese Komplexität, indem er technisches Risiko und Marktpotenzial gegenüberstellt und daraus vier klare Förderpfade ableitet.
Technisches Risiko
Beschreibt die Unsicherheit, ob eine technische Lösung mit vertretbarem Aufwand realisierbar ist.
Marktimpact
Bewertet den erwarteten wirtschaftlichen Nutzen eines Projekts nach erfolgreicher Umsetzung.
TRL (Technology Readiness Level)
Ein standardisiertes Modell zur Einordnung des technologischen Reifegrads von Forschung bis Marktreife.
Nicht-wettbewerbliche Förderung
Förderinstrumente ohne Konkurrenzverfahren, z. B. steuerliche Förderungen wie die Forschungszulage.
Unser Modell ordnet Projekte entlang zweier Achsen:
Daraus ergeben sich vier Förderpfade, die 95 % aller Projekte abdecken.
Förderpfad I – Wachstum (EU)
Typische Projekte: hochinnovativ, international skalierbar
Typischer TRL: 4–7
Programme: Horizon Europe, EIC Accelerator
Förderpfad II – Kerngeschäft (Bund)
Typische Projekte: Produkt- und Prozessinnovation
Typischer TRL: 4–6
Programme: ZIM, KMU-innovativ
Förderpfad III – Liquidität (Steuer)
Typische Projekte: interne F&E, Softwareentwicklung
Typischer TRL: 3–7
Programme: Forschungszulage
Förderpfad IV – Investition (Länder)
Typische Projekte: Maschinen, Anlagen, Infrastruktur
Typischer TRL: nicht relevant
Programme: GRW, EFRE, Landesprogramme
Hohes Innovationsrisiko, hoher Marktimpact
Typische Projekte: Deep-Tech, Plattformen, Hardtech, Life Science, radikale Innovation.
Geeignete Programme:
Ideal für Unternehmen mit internationalem Skalierungspotenzial und führender Technologie.
Moderates technisches Risiko, klare Marktperspektive
Typische Projekte:
Geeignete Programme:
Dies ist der "Sweet Spot" für KMU und technologieorientierte Unternehmen.
Niedriges bis moderates Risiko, interne technische Projekte
Typische Fälle:
Geeignete Programme:
Ideal für Unternehmen, die F&E-Personal beschäftigen.
Die Forschungszulage als Basisförderung unterscheidet sich grundlegend von klassischen Förderprogrammen, da sie nicht kompetitiv ist und unabhängig von Einreichfristen genutzt werden kann. Als steuerliche Förderung für Forschung und Entwicklung eignet sie sich besonders für Unternehmen mit kontinuierlichen FuE-Aktivitäten und kann als Baseline-Förderung mit projektbezogenen Zuschüssen kombiniert werden.
Geringes technisches Risiko, hoher Standortnutzen
Typische Projekte:
Geeignete Programme:
Förderquoten bis zu 50 % möglich.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Antrag?
Förderstellen denken in TRL-Stufen – Reifegraden einer Technologie.
Wer zu spät beantragt (TRL 8–9), wird häufig abgelehnt.
Typische Zuordnung:
Der Förderkompass zeigt, wo sich Ihr Projekt befindet und welches Programm dazu passt.
Mehr Definitionen finden Sie im Glossar.
Mit dem Modell können Entscheider innerhalb von 20–30 Sekunden feststellen:
Dies vermeidet Fehlinvestitionen, steigert die Bewilligungschancen und reduziert internen Aufwand.
Für strategische Finanzierungsplanung: Co-Funding & Non-Dilutive Capital
Unsere Beratung nutzt den Förderkompass in einem strukturierten Prozess:
Analyse von Projektidee, TRL, Marktpotenzial, Personal, Budget und Zeitplan.
Zuordnung zum passenden Förderpfad und Ableitung der Programme.
Erstellung aller Dokumente, technische Argumentation, Kosten- und Projektstruktur.
Kommunikation mit Projektträgern, QS, Nachweise, Dokumentation.
Mit unserem strukturierten Modell erhalten Sie eine klare Einschätzung zu passenden Programmen, potenziellen Zuschüssen und Ihrer Förderfähigkeit.
Nutzen Sie unseren kostenlosen Fördermittel-Check: passenden Förderpfad bestimmen, um eine erste fundierte Einschätzung zu erhalten.
Der Förderkompass dient der strategischen Orientierung und ersetzt keine individuelle Förderprüfung oder Bewilligungsentscheidung.
Ausschlaggebend sind technisches Risiko, Marktimpact und der aktuelle TRL des Projekts.
In der Praxis ja. Der Förderkompass hilft, den primären Förderpfad zu bestimmen.
Nein. Er ist ein Orientierungsmodell, keine Bewilligung.
Idealerweise vor Beginn einer Antragstellung oder Projektstrukturierung.